Feuerberge Siziliens 2018

Zweimal waren wir bereits auf Sizilien und wieder stand eine Reise über die Feuerberge Siziliens in diesem Jahr auf dem Plan – eine Reise gemeinsam mit lieben Menschen zu faszinierenden Orten. Wir starten in Catania und besuchen Vulcano, sehen uns Lipari an, erleben Stromboli und verbringen wieder abenteuerliche Tage bei Mamma Etna. Aber immer der Reihe nach 🙂

Unser Start in Berlin ist holperig – aufgrund eines Streiks in Italien und Ausfall der Buchungsserver bei Eurowings wird unser Flug nach Catania gestrichen. Wir improvisieren und fliegen zumindest nach Düsseldorf. Vielleicht kommen wir von dort weiter. Aber zu früh gefreut – wir kommen nicht weiter und müssen eine Nacht in Düsseldorf verbringen. Und damit es nicht langweilig wird, ist der Koffer mit dem größten Teil unserer Ausrüstung und samt meiner Schlüppis etc. nicht in Düsseldorf angekommen. Zwischenzeitlich haben wir wirklich ernsthaft überlegt, uns ein Auto zu mieten und uns so nach Sizilien durchzuschlagen – es gab keinerlei Informationen seitens der Airline und die Feuerberge wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Zu sehr haben wir uns darauf gefreut … Aufregende Stunden waren das, bis wir auf einen Flug am nächsten Tag umgebucht waren – mussten wir doch zu einer bestimmten Zeit in Catania sein. Mit Hilfe einer sehr engagierten Dame beim Lost & Found konnten wir nach langem hin und her auch unseren Koffer lokalisieren lassen und bekamen die Zusage, dass dieser bei unserer Ankunft in Catania schon da sein würde. So war es dann auch, bei Ankunft auf dem Airport Fontanarossa Catania sahen wir gleich unser Gepäck *yeahhhh* – alles wendete sich zum Guten und nun konnte die Reise endlich richtig beginnen.

Im B&B angekommen werden wir von unserem „Guide“ Marco begrüßt und in Empfang genommen und wir verabreden uns für später zum Abendessen. Schnell kurz ankommen und unbedingt duschen 🙂 Wir gehen durch enge Straßen und Gassen bis wir in ein kleines Restaurant über eine Treppe hinabsteigen. Es ist sehr familiär und so wundervoll „italienisch“. Immer tiefer gehen wir, bis uns eine weitere Tür geöffnet wird – am Eingang steht auf Italienisch „Aufpreis für Romantik-Dinner in der Grotte“ 2 Euro pro Person – das ist genial. Im hintersten Eck des Restaurants geht es einige Stufen in einen alten Lavatunnel hinab, an dem sich ein kleiner Bach aus Wasser schlengelt. Marco erkärt uns, dass dies ein sehr seltener Ort ist – der Ätna ist voll mit Wasser, aber man muss es nur finden können. Bis heute sind das die saubersten Trinkwasserquellen, die es dort gibt. Das Wasser stammt direkt aus dem Ätna. Es fällt als Niederschlag auf den Berg und versickert, wird durch das poröse Gestein gesäubert und tritt nach hunderten Jahren an irgendeiner Stelle wieder aus dem Berg aus. Das passiert dort, wo das Wasser nicht weiter versickern kann sondern weiterfließen muss – also entweder an dicken und undurchlässigen Gesteinsschichten oder dort, wo der Ätna auf dem Ursediment aufsitzt. Eine Fontäne, an der wir auf unserem Weg ins Restaurant vorbei kamen, wird auch auch solch einem unterirdischen Fluß gespeist. Leider haben wir nur unsere Handys dabei, die Fotos sind entsprechend überwältigend – das konnte aber auch niemand ahnen. Dieser Ort ist faszinierend – das Essen schmeckt hervorragend und der Wein ist gut für die sprachlichen Herausforderungen. Mittlerweile ist unsere kleine Gruppe vollständig und zu fast gleichen Teilen italienisch, schweizerisch, schwedisch und mit uns dann auch noch deutsch. Es wird ein lustiger Abend 🙂

Am folgenden Tag brechen wir früh auf, Vulcano erwartet uns schon 😉 Wir fahren die Autostrada Richtung Norden und sehen Mamma Etna bei besten Bedingungen, hach ja, bald werden wir auch wieder dort sein. In Milazzo wechseln wir auf eine Tragflügelfähre. Diese heben sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit aus dem Wasser und fahren dann wie auf Skiern – ganz schön flott 🙂 Nach ein paar Stopps kommen wir auf Vulcano an und werden von einer nach Schwefel und den typischen faulen Eiern duftenden Luft begrüßt, endlich Vulkangeruch. Da es gerade Mittagszeit ist, essen wir gemütlich und lernen uns weiter kennen. Marco führt die Touren abwechslend mit Tom, Jan(Jorn) und Bodil sind aus Schweden und schon ziemlich in der Welt herum gekommen, unsere Schweizer machen eine Vater-Sohn-Tour und wir sind alle sehr entspannt – eine gute Gruppe für die nächsten Tage.

STROMBOLI :: Unsere kleine und sehr süße Bleibe liegt direkt am Meer, der Ausblick Richtung Strombolicchio ist bezaubernd – kein Haus, keine Straße – nur Wasser und der kleine Strombolicchio. Am Abend wandern wir ins Osservatorio – ein Restaurant an der Flanke des Vulkans Stromboli und gewiss kein Geheimtipp mehr ;-). Es ist wieder ein leckeres Essen und Trinken und immer ein Raunen und Staunen, wenn der Stromboli mit eintretender Dunkelheit sein Feuerwerk wohldosiert eröffnet. Auch dieser Ort ist unbeschreiblich und unvergesslich.